SchönheitsformenSeit ich meine ersten Literaturart-Bilder ausgestellt und im Internet veröffentlich habe, werde ich gefragt, wie ich auf die Idee kam. Die Antwort ist in einem 140 Jahre alten Buch zu finden.

Faltanleitung von Friedrich Fröbel

So sieht die Anleitung in dem Buch aus dem 19. Jahrhundert über Fröbels Schönheitsformen aus. Es war nich tleicht, das nachzufalten, weil die Beschreibung sehr umständlich ist – aber, man darf das nicht vergessen, es war eine der ersten praktischen Faltanleitungen überhaupt.
„Ich theile das Geviert durch eine Schräglinie in zwei gleiche Theile, und zwar in zwi gleiche, rechtwinkelig-gleichwinkelige Dreiecke.
Das so getheilte Geviert nun nach unten, und das entgegensetzte nach oben drehend, verfährt man nochmals, wie vorhin und spricht: ich theile mein Geviert durch eine Querlinie in zwei gleiche Theile oder Hälften, und zwar in zwei gleiche (der Lage nach) Längenrechtecke.“ (1)

Die Schönheitsformen konkret

Aus der oben beschriebenen „Grundform der ersten Reihenfolge“ lassen sich verschiedene Schönheitsformen bilden, einige beschreibt B. von Marentholtz-Bülow 1887 in der Anlage des „Handbuchs der Fröbelschen Erziehungslehre“:
„Tafel II, Figur 14. Alle zu bewegenden rechten Ecken liegen hier im Mittelpunkt der Form. (Mitte des Faltblatts)
Bei der ‚Figur 15‘ werden alle Ecken im Gegensatz von innen nach außen gelegt …“ (2)
„Tafel II, Figur 16. Auf jeder Seite der Grundform liegen zwei Ecken nach innen und zwei nach außen“ (2)
Die Grundform ist aber auch Basis der weiteren „Grundform der zweiten Reihenfolge“ und der dritten Reihen, die meinen Bildern zugrundeliegen. Sie entsteht laut Marenholtz-Bülow so:

„Man legt das Faltblatt mit der weißen Seite auf den Tisch und faltet die erste Grundform. Ist diese fertig, so entfaltet man sie ganz und legt nun das Faltblatt mit der farbigen Seite auf den Tisch, kehr die Mitte der vier Setein dem Mittelpunkte der Form zu, drückd die an den vier Ecken entstandenen vier Dreiecke zusammen (Tafel III, Figur 34), biegt sie dann wieder auseinander, um sie in den bereits markierten Brüchen als Geviert fest auf die Form zu lesen. (Tafel III, Figur 35.)“ (S. 92)

Ich gebe zu, dass ich auch etwas gebraucht habe, bis ich das Prinzip verstanden habe, aber dank der Tafeln von Bertha von Marenholtz-Bülow habe ich es dann doch hinbekommen. Siehe oben, leider fand ich im Internet keine konkreten Informationen darüber, wie man die Formen erstellt, dabei ist das Prinzip eigentlich ganz einfach und sehr entspannend. Sobald ich Zeit habe, lasse ich mich beim Falten filmen 🙂 Jetzt entspanne ich mich erst einmal beim Falten, schließlich ist Feiertag.

Den ausführlichen Artikel über Fröbels Schönheitsformen gibt es im AutorenBlog.