Basteln wurde in meiner Familie groß geschrieben. Ich erinnere mich an zauberhafte Namenschilder für Kindergeburtstage und die Basteleien und Bilder aus dem Kindergarten wurden jahrelang aufbewahrt. Es gab kein Material, zu dem vor allem meinem Vater etwas einfiel und meine Mutter ging zu kaum einem Fest ohne etwas Selbstgemachtes, noch heute geht sie darin auf, Geldgeschenke besonders kreativ zu verpacken. Kein Wunder, dass ich heute so ziemlich alle Techniken beherrsche – ich kann häkeln, stricken, nähen, filzen, Steinmännchen kleben, Girlandenmännchen und Weihnachtssterne aus Papier schneiden, Himmel & Hölle und vieles andere falten.
In den ersten Berufsjahren habe ich für die Kollegen zum Geburtstag individuelle Geburtstagskarten gebastelt und ich glaube, ich habe noch niemals eine gekaufte Weihnachtskarte verschickt, sondern immer geschnitten, geklebt, gefaltet, allenfalls mal eine Geschichte ausgedruckt und nur den Umschlag beklebt.

Als ich Ende 2015 bemerkte, dass ich zuviel geschrieben und zuviel am Rechner gesessen hatte, habe ich mich darauf besonnen, wie ich mich Jahrzehnte meines Lebens entspannt habe: durch die Arbeit mit Papier. Seither falte ich, horte Bastelbücher, besuche Ausstellungen und bin entzückt, wie schön man mit so wenig Material überall und in wenigen Minuten entspannen kann. Diese Erfahrung möchte ich weitergeben und bin bei der Suche nach einem Namen dafür schließlich bei dem Begriff PapierZen gelandet, weil es ihn noch nicht gibt und man ihn auch als Verb nutzen kann: Ich papierze :-). Das tue ich jetzt schon seit über einem Jahr und habe daraus zusammen mit meinen Texten und teilweise auch Fotos die Literaturart entwickelt und im Herbst 2017 findet mein erster PapierZen-Workshop bei der VHS Hagen statt 🙂

Meine Papier-Biografie

2017 Februar Gestaltung des Schaufenster der Buchhandlung am Rathaus in Hagen mit meinen Literaturart-Bildern
Mai Ausstellung Literaturart in der Stadtbücherei Stuttgart-Vaihingen
Juli/August Ausstellung Literaturart in der Rathausgalerie Hagen, die in Kooperation mit dem Osthausmuseum Hagener Künstler präsentiert
14. Oktober 1. PapierZen-Workhop (VHS-Hagen)
2016 Oktober Ausstellung Literaturart im Theater an der Volme (Beitrag im AutorenBlog)
2016 Frühjahr Erste eigene Faltidee für Kerzen zur Kinderkommunion
2015 Winter 1000 Kraniche sollst du falten (Beitrag im AutorenBlog)
2015 November Origami-Workshop in der Buchhandlung am Rathaus (Beitrag im AutorenBlog)
2015 Oktober Faltgeschenk zum 50. Geburtstag einer Freundin
2014 September Begegnung mit Happy Guy, der Kraniche als Glücksvögel faltet und als Urban Art in der Stadt „freilässt“, in der Kooperative K
2014 November In einem Romanmanuskript lasse ich meine Protagonistin einen Delfin falten und muss dafür viele Anleitungen ausprobieren 🙂 (Beitrag im AutorenBlog)
2013 Interview mit Matthias Glatzel zu seinem Buch „Zoolori“, in dem er Beispiele vorstellt, wie man aus einer Papiervorlage viele Tiere falten kann (Beitrag im AutorenBlog)
2010 Empfehlung zum Falten einer Schachtel im Elternratgeber „100 Dinge, die ein Vorschulkind können sollte“
2005 Origami in der Ausbildung zur Lerntherapeutin bei Rechenschwäche
1989 Ausstellung „Buchobjekte“ von Martin Schwarz in Leinfelden-Echterdingen (Beitrag im AutorenBlog)
1987 Buchmanuskript „Basteln mit Altpapier“, das der Frech-Verlag bei einem persönlichen Besuch im Verlag ablehnte, weil das nicht zeitgemäß sei 🙁
1986 Basteln aus Verlagsvorschauen & Prospekten von der Buchmesse
1982 Gestalten & Falten mit Papier während eines halbjährigen Praktikums im Kindergarten
1975 Die Note 1 für Kunstarbeiten mit Papier
1968/1969 Papiercollagen & Faltarbeiten nach Fröbel im Kindergarten

Bestimmt habe ich schon vor dem Kindergartenbesuch gebastelt, die Ergebnisse sind allerdings nicht überliefert 🙂